

Zwei Stunden Striptease26.06.2010 Ein Feinschmecker-Menue für jeden Psychologen: acht Frauen unter sich, eine davon muss die Mörderin sein. 100 Prozent Frauenquote sind garantiert. Stefan Masel hat das von dem französischen Autor Robert Thomas vor fast fünfzig Jahren geschriebene Boulevardstück entstaubt und es als leichte Sommer-Komödie inszeniert. Ohne auf reißerische Effekte zu setzen, gelingt es die Spannung nach dem "Who-dun-it"- Muster über zweieinhalb Stunden zu erhalten.
Die Herausforderungen des Stückes, auf einen Spielort begrenzt zu sei, nämlich die Villa des Ermordeten (Bühnenbild: Dieter Krause), und seine Dialoglastigkeit begegnet Masel mit
ausgeklügelten Bewegungsabläufen auf der Bühne, überraschenden Wendungen und einer einfallsreichen Personenregie. Dazu zählen auch die geschickt arrangierten und eigens
komponierten Gesangseinlagen, die die Vielseitigkeit der Schauspielerinnen eindrucksvoll zur Entfaltung bringen. Für alle gilt: Sie outen sich kräftig, bieten Seelenstriptease pur. An vorderster Stelle die Schwiegermutter des ermordeten Marcel, Mamy genannt. Christl Haßfürther spielt diese ziemlich verschlagene Oma, die ihren Flachmann immer in Reichweite hat, mit knorrigem Charme. Meist scheint sie auf den Rollstuhl angewiesen, dann springt sie mal wieder auf. Wie ein Drachen sitzt sie auf ihrem Schatz und den Wertpapieren im Häkelkissen.
Raffgierig wie sie ist, lässt sie die Aktien lieber verfallen, als ihrem Schwiegersohn in der Not zu helfen. Quelle: inFranken.de / Bayerische Rundschau 26.06.2010 |
| Naturbühne Trebgast e.V. | 95367 Trebgast | Am Wehelitzer Berg 15 | E-Mail: info@naturbuehne-trebgast.de | Impressum |
