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Schneewittchen und die 7 Zwerge


07.06.2010

Schneewittchen

 
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Trebgast - Ein Märchen, traditionell aufgeführt, steht heuer für Kinder auf dem Programm der Naturbühne Trebgast: "Schneewittchen und die sieben Zwerge". Am Freitag hatte das Stück Premiere, zu einer Uhrzeit, bei der die eigentliche Zielgruppe schon längst im Bett liegt. Doch auch dem fast ausschließlich erwachsenen Publikum hat gefallen, was es da auf der Bühne gesehen hat, wie dem begeisterten Schlussapplaus und dem häufigen Szenenapplaus zu entnehmen war.

"Schneewittchen" in der eigens für die Naturbühne geschriebenen Fassung von Vassiliki Toùssa unter der Regie von Wolfgang Krebs ist eine Offenbarung für Traditionalisten. Die Zwerge sind niedlich, die Stiefmutter böse und hinterhältig, der König naiv, der Prinz edel, die Amme ergeben, der Jäger gutherzig und Schneewittchen schön, brav und nicht lernfähig. Auch der Diener, der gleichzeitig als Erzähler auftritt, fügt sich - mal schläfrig, mal trottelig - in das bekannte Bild. Bühnenbild und Kostüme sind ebenfalls die einer klassischen Märchenaufführung - das macht die Inszenierung insgesamt stimmig.

Die Paraderolle in dieser Aufführung hat Dr. Christine Kammerer als Königin und Stiefmutter inne. Temperamentvoll und mit schrillem Lachen verkörpert sie fulminant die "Bissgurk'n in der Midlifecrisis". Viel Applaus ernteten auch die singenden, tanzenden Zwerge Annika Ködel, Paula Kammerer, Vanessa Neukam, Jacob Kammerer, Elisabeth Feulner, Francesca Canola und Diana Hentschel. Stefanie Dietzel spielte das immer gehorsame, für jede freundliche Geste dankbare und sich in alle Hausfrauenpflichten stürzende Schneewittchen genau so, wie es von den Brüdern Grimm als Idealbild der guten Prinzessin und vor allem zukünftigen Ehefrau festgeschrieben wurde.

Den in seinen Regierungsgeschäften gefesselte und naiv seiner hinterhältigen zweiten Frau vertrauenden König spielt Dr. Gerd Kammerer, den verliebten Prinzen Matthias Stammer. Alfred Wruck übernimmt als Diener und Erzähler ein wenig die Rolle des Kaspers, der sich zwischen den Szenen immer wieder ans Publikum wendet. In den weiteren Rollen treten auf: Thorsten Neukam als Jäger, Heidi Suttner als Amme, Silke Ködel und Stefanie Schlie als Zofen, Verena Weinmann, Sophia Weinmann, Sophia Neukam, Florian Potzel, Edgar Luthardt und Diana Bettge-Luhardt als Leute und Kinder aus dem Volk.

Die Nagelprobe, wie das Stück bei der eigentlichen Zielgruppe ankommt, folgte gestern bei der ersten von 23 Nachmittagsvorstellungen, darunter sieben Schülervorstellungen. Die ganz Kleinen werden mit Sicherheit ihren Spaß haben. Zusätzlich sind noch zwei Abendvorstellungen geplant für die Märchenfans, die ganz für sich in Kindheitserinnerungen schwelgen wollen.

Schneewittchen sei "eine Geschichte, die die Jahrhunderte überdauerte und die im heutigen Zeitalter der Casting und Model Shows wieder ganz aktuell ist", heißt es im Programm. Leider hat sich auch an der Quintessenz des Stückes in dieser Inszenierung wie in den hundert Jahren davor nichts geändert: Wenn du ein liebes Mädchen sein willst, dann sei schön, fleißig und fügsam jedem männlichen Wesen gegenüber - selbst wenn es nur ein Zwerg ist - und warte auf deinen Prinzen.
Quelle: Frankenpost 07.05.2010

 
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