

Schneewittchen und die 7 Zwerge06.06.2010 Premiere gelungen: Das Märchen Schneewitchen begeisterte an der Naturbühne Trebgast die großen und kleinen Besucher. Die sieben Zwerge kann man sich putziger kaum vorstellen, die Königin ist bitterböse und Schneewitchen herzallerliebst.Regisseur Wolfgang Krebs hat mit seinem Ensemble das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm mit vielen Regieeinfällen und Gags einstudiert. Dabei kann er auf die Bearbeitung von Vassiliki Toùssa zurückgreifen, die den Stoff neu erschließt. Sie ist sprachlich frisch und jugendnah, witzig in den Dialogen und vor allem liebenswürdig - auch im Umgang mit den Bösen wie Schneewittchens Stiefmutter, der in sich selbst verliebten Königin. Auch das fröhliche und drollige Bühnenbild (Dieter Krause) passt zu dem Gute-Laune-Stück: sieben blaugestreifte Liegestühle wie auf Oberdeck der "Queen Elisabeth" im Häuschen der Zwerge, dazu ein Tischlein mit Gedeck auf der Hauptbühne, die Schlosskulisse mit dem Zauberspiegel auf der rechten Oberbühne. Auch die Zuschauerränge und die Naturkulisse werden geschickt als Bühnenraum genutzt.
In guter alter epischer Theatermanier von Bertolt Brecht ist er aber zugleich Akteur der Spielhandlung - und zwar der rotzfreche Diener der Königin.
Eine Glanzpartie legt auch Christine Kammerer hin, die die Rolle der herrschsüchtigen Königin und Stiefmutter Schneewittchens voll ausreizt: Ihre flotten Bediensteten Annelie (Silke Ködel) und Rosemarie (Stefanie Schlie) haben zu spuren. Als Diva, die im Zickenkrieg immer das Nachsehen hat, tobt und giftet sie gänzlich unmajestätisch, markiert die Souveräne und lacht affektiert. Grenzenlos ist ihr Jähzorn, wenn der Spiegel ihr verkündet, dass ihr Gehabe zur Nummer eins nicht reicht.
Eine kleine Schwäche haben die Wichtelmänner allerdings: In Sachen Hygiene sind sie nicht ganz fortschrittlich. Und da bringt sie Schneewittchen auf Vordermann. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der Fremden, die in ihr Reich eingedrungen ist, himmeln sie das süße Mädchen an und liegen ihr zu Füßen. Sie verwenden jetzt sogar ein paar Tröpfchen Wasser und schrubben sich - zumindest symbolisch. Das Verknalltsein der Zwerge versteht man gut, denn Stefanie Dietzel ist ein Bilderbuch-Schneewittchen: "Ihre Haut so weiß wie Schnee, die Lippen so rot wie Blut und das Haar so schwarz wie Ebenholz." Ihrem sanften Liebreiz und Charme verfällt selbstverständlich auch der junge Prinz (Matthias Stemmler).
Ihr schaurigster Versuch: Als sie, in der Maske einer alten verschrumpelten fränkischen Bäuerin mit Huckelkorb, Schneewittchen erfolgreich einen Apfel mit tödlichen Gift aufschwätzt. Dass die alte, eitle Giftmischerin am Ende auf funkensprühenden Plateauschuhen aus dem Schloss vertrieben wird, tut nicht nur der Kinderseele gut.
Quelle: inFranken.de / Bayerische Rundschau 06.06.2010 |
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