Götz von Berlichingen

Schon der Straßburger Student Goethe begeisterte sich an dem Buch des Götz. Die Lebensbeschreibung des Götz (geboren zu Homberg 1480, gestorben daselbst 1562) hatte mich im Innersten ergriffen. Die Gestalt eines rohen wohlmeinenden Selbsthelfers in wilder, anarchischer Zeit“
Noch bevor die Arbeit des Götz entstand, war jener bekannter Briefsatz in Goethes junger Feuerseele gereift: „Dreingreifen, packen ist das Wesen jeder Meisterschaft“. So wurde also aus der treuherzigen Lebensbeschreibung des alten Raufbolds in etwa 6 Wochen ein Schauspiel, ein revolutionäres Drama. In jener ersten Fassung entstand eine der stärksten Szenen. Der grausige Auftritt des Boten vom heimlichen Gericht und die Erdrosselung der Adelhaid durch diesen Rächerboten. Dieser wirksame Effekt wurde in der zum Druck bestimmten Ausgabe von 1773 wieder beseitigt. Es folgten nun noch zwei weitere Fassungen. Der Urgötz und der nun meist gespielte, etwas veredelte Götz. Doch alle drei Fassungen liegt die Auflehnung des Götz gegen die geschriebene, das papierene Recht, die Empörung gegen die erbärmlichen Reichzustände zugrunde. Zu einer tragischen Gestalt wurde der alte Ritter für Goethe dadurch, dass er ihn als Vertreter eines untergehenden Standes und den Helden einer versinkenden Zeit ansah. Die Begebenheiten und ihre Zeitfolge dramatisierte Goethe in rücksichtsloser Freiheit. So erschuf Goethes geniale Fantasie die Gestalt der Adelhaid , jener genusssüchtigen Tigerkatze und buhlerisch weiblichem Dämon, wovon er selbst bekannte. „Indem ich Adelhaid liebenswürdig zu schildern trachte, habe ich mich selbst in sie verliebt“. Gespielt wurde der Götz zum ersten Mal in Berlin am 12. April 1774 (mit eingelegten Zigeunerballett!) Der Götz wurde zum Vorbild für Inhalt, Form und Sprache der gesamten jungen Dramas der Sturm und Drangzeit. Und heute ist der Götz, nicht nur des volkstümlichen Zitates wegen, eines der populärsten Klassiker – ein König unter den Klassikern!

Regie: Friedrich Dauscher

weiblich
Elisabeth Rosika Stöcker
MariaRenate Küfner
AdelhaidMonika Weggel
KammerfräuleinLissi Sandler
1. ZigeunerinMarianne Schulthe
ZigeunermutterErika Hübner
ZigeunerinBarbara Pöhlmann
ZigeunerkindWaltraud Meisel
  Hannelore Meisel
  Jutta Fichtner

männlich
MaximilianAdam Lauterbach
Götz v. BerlichingenFriedrich Dauscher
KarlWolfgang Dauscher
GeorgEmil Vogler
Bischof v, BambergHanns Lauterbach
WeislingenErnst Jurkat
LiebetrautAdolf Lauterbach
Hans v. SelbitzKonrad Hübner
Franz v. SickingenWerner Gräbner
LerseFranz Reitmeyer
FranzHelmut Mühlbauer
MetzlerWilli Hartmann
LinkWerner Gräbner
KohlHans Hartmann
WildMartin Häfner
Max StumpfHorst Hahn
Nürnb. KaufmannDieter Krause
Ein UnbekannterHeinz Knörrer
RatsherrHans Pühlhorn
RatsschreiberWerner Hübner
KnechtKlaus Rummler
  Wolfgang Göbel