Der eingebildete Kranke

Die bittere Ironie des Schicksals wollte es, dass der Komödiant und Dichter Moliere, selbst krank, in seiner Komödie als der eingebildete Kranke auftrat, um dann nach einer wiederholten Vorstellung selbst seinem Leiden, einundfünfzigjährig, zum Opfer zu fallen. Die Welt Argans, des reichen Mannes, der nur seinen eingebildeten Leiden lebt und den Hirngespinsten der Ärzte das Leben seiner Kinder zu verschenken bereit ist, gleitet aus der Realität hinüber in ein fantastisches Schattenspiel des Irrealen, in dem die Komik des Allzumenschlichen sich beinahe musikalisch auflöst in gewichtlose Heiterkeit. Ein Spiel, in dem die menschliche Lächerlichkeit wie selten offenbart wird und etwas von einer dämonischen Komik zu verspüren ist.

Regie: Friedrich Dauscher