Jedermann

Das Drama vom reichen Mann, den alle seine Freunde verlassen, als ihm plötzlich der Tod gegenübersteht, der aber dann doch aus sündiger Verstrickung Heil und Gnade findet, hat Hugo von Hofmannsthal in unserem Jahrhundert nochmals zu neuem Leben erweckt Sein „Jedermann“ greift auf ältere Vorbilder zurück, vor allem auf das altenglische „morall play“ von Everyman. In diesem Spiel, das noch ganz in der Welt des vorreformatorischen Spätmittelalters steht, begegnet uns das Jedermann-Thema in seiner einfachsten, ursprünglichsten Form: Aller individuellen Attribute entkleidet, wird der Mensch den ersten und letzten Gegebenheiten seines irdischen Daseins gegenübergestellt: mit der Welt, mit dem Tod, mit Gott. Es geht einzig und allein um seine Entsühnung.

Regie: Günter Witte