Der Doppelselbstmord

Die Bauernposse mit Gesang „Der Doppelselbstmord“ (1876) greift das Romeo und Julia-Motiv auf. Aber bei Anzengruber endet die Liebesgeschichte zwischen den beiden Dorfkindern Poldi und Agerl versöhnlich. Nach einem Streit war das Paar geflohen. Ein Brief lässt vermuten, dass sie Doppelselbstmord begangen haben. Nach einer großen Suchaktion findet man die beiden in einer Sennhütte. Sie haben getan, was in ihrem Brief angekündigt war:“… sind wir gegangen, uns selbst auf ewig zu vereinigen, dann könnt ihr uns wohl nicht mehr trennen.“ Gerade in diesem Stück zeigt sich deutlich Anzengrubers sicheres dramatisches Gespür: die treffende Zeichnung der einzelnen Personen verhindert ein Abgleiten in die Posse, verleiht dem Werk eine frische Natürlichkeit.

Regie: Edwin Beyler