Die deutschen Kleinstädter

Am meisten bühnenwirksam ist bis heute August Kotzebues Lustspiel „Die deutschen Kleinstädter“ geblieben, das auf Picards Stück „La petite Ville“ zurückgeht. Das verdankt es wohl in erster Linie dem hier ganz vorherrschenden Stil des Possenhaften. Kotzebue lässt eine familiäre Narrenrevue auf der Bühne auftreten. Die stellvertretende Familie Staar (in neuerer Übersetzung vielleicht: Star) mit ihren kleinbürgerlichen Vorurteilen, ihrer Aufgeblasenheit, ihrem Cliquenwesen und ihre Katzbuckelei vor Höherstehenden ist der Inbegriff des Philiströsen schlechthin. Der von außen eindringende Olmers ist für die Vorstellung dieser Kleinstädter ohne „Sitten“, ohne „Moral“, ohne „Lebensart“, vor allem aber – und das ist das Schlimmste – ohne Titel.

Regie: Hans-Josef Becher