Der Geizige

Moliere, bürgerlich Jean Baptiste Poquelin, war ein Satiriker mit erbitterten Feinden im Klerus, in der Armee, beim Adel und sogar beim Bürgertum. Er war der Spiegel einer Gesellschaft, die lieber den Spiegel zertrümmert als sich selbst zu ändern. Nur durch den Schutz des damaligen Königs Ludwig XIV., der seine Stücke liebte, konnte Moliere überhaupt seine Komödien herausbringen und ein Theater gründen, das schließlich das Theater des Königs wurde. Harpagon, ein reicher Geizhals, will seine Tochter mit dem ältlichen Anselm und seinen Sohn mit einer unansehnlichen Witwe, beide sehr begütert, verheiraten. Beide sind aber mit den Plänen des Vaters nicht einverstanden, da sie sich bereits verliebt haben. Da kommt ihnen der Diener zu Hilfe und entwendet die Schatztruhe des Vaters. In seiner Verzweiflung vergisst Harpagon alle Heiratspläne und möchte nur sein Geld zurückhaben. Anselm kann schließlich alle Verwirrungen lösen und mit seinem Geld die Hochzeiten der jungen Paare finanzieren. Da nun Harpagon sein Vermögen wieder hat und er kein Geld für seine Kinder braucht, ist er damit einverstanden. Menschen die im Geld den ganzen Sinn ihres Lebens sehen sind auch heute noch unter uns. Eigentlich ein pessimistischer Befund. Doch Moliere gibt den Geizigen der Lächerlichkeit preis und ermöglicht uns darüber herzlich zu lachen.

Regie: Hans-Josef Becher