Der Schinderhannes

Als Volksstück bietet die Bühne einmal etwas von einem der meistgespielten deutschen Dramatiker. Carl Zuckmayer, berühmt vor allem durch seinen „Hauptmann von Köpenick“, lieferte mit seinem „Schinderhannes“ ein für die Naturbühne geradezu maßgeschneidertes Stück. Wo sonst könnte eine Räuberbande aus dem Hunsrück besser agieren als hier in dieser Naturkulisse. Schinderhannes (Uraufführung am 13. Okt. 1927, Lessing-Theater, Berlin). Die knallbunte, eigentlich traurige und dennoch fröhliche Moritat vom „Schinderhannes“, dem Räuberhauptmann Johannes Bückler, der in der „Franzosenzeit“, als die napoleonischen Soldaten das linke Rheinufer besetzt hatten, zwischen Mainz und Koblenz die Reichen bestiehlt und den armen Bauern im Hunsrück hilft, bis er verraten, gefangen und mit neunzehn Bandenmitgliedern vorm Holzturm in Mainz geköpft wird (1803); sein Julchen, die ein Kind von ihm bekommen hat, kann in ihrer Trauer den geheimen Stolz nicht unterdrücken, dass so viele Menschen zur Hinrichtung gekommen sind: „Fünfzehntausend Leut!“

Regie: Jürgen Peter