Der gestiefelte Kater

Kusz ist einer der wenigen erfolgreichen und guten Mundartdichter unserer Nachkriegszeit. Die Naturbühne hatte schon 1987 mit seinem „Unkraut“ einen riesigen Erfolg. Obwohl „Schweig, Bub!“ schon Hunderte von Aufführungen in unserem Raum erlebt hat, erscheint es ohne Risiko, dieses Stück noch einmal zu spielen. Denn es ist eine Komödie mit so deutlichen Bezügen zu unserem eigenen Leben, dass es immer wieder fasziniert. Vor allem, weil man in den Handlungen ganz klar viele Bekannte erkennen kann, natürlich nie sich selbst, man ist ja nicht so! Und da Schadenfreude bekanntlich die reinste Freude ist, kommt man kaum aus dem Lachen heraus, auch wenn es manchmal im Hals steckenzubleiben droht. Es wird die Konfirmation im engsten Familienkreis geschildert, es könnte aber auch jede andere Familienfeier sein. Der Anlass ist austauschbar, der Ablauf immer gleich. Eine reale Geschichte, die nicht treffender sein könnte. Kusz selbst sagt dazu: Der Wert eines Stückes kommt in erster Linie aus seiner Lebendigkeit. Wenn die Zuschauer mit der Floskel auf den Lippen „Das ist ja wie im richtigen Leben“ nach Hause gehen, bin ich schon zufrieden. Aber wenn sie dann noch fragen „Warum habe ich eigentlich gelacht?“, wenn also die Wiedererkennung der Realität in ein Bewusstwerden über die Realität umschlägt, dann bin ich mehr als zufrieden. Die Realität des Stückes geht übrigens so weit, dass auf der Bühne sozusagen im Zeitraffer, von den Spielern zu Mittag gegessen, Kaffee getrunken und zu Abend gegessen wird. Guten Appetit den Spielern und den Zuschauern (bitte vorher essen, Neid verdirbt die Freude).

Regie: Jürgen Peter

weiblich
Gretl, Fritz Mutter Hilde Häßler
Tante Anna Inge Müller
Gerda, eine Bekannte Hilde Volkmann
Hannelore, eine Cousine Karin Peter

männlich
Fritz. Ein Konfirmand Christoph Hofmann
Hans, sein Vater Günter Heumann
Onkel Willi Michael Lehner
Manfred, Gerda’s Mann Andreas Gebel