Die Irre von Chaillot

Giraudoux ist einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Die „Irre“ wurde erst ein Jahr nach seinem Tod herausgegeben und 1949 uraufgeführt. Es ist eine Satire auf die moderne Gesellschaft, an der sich in diesem Punkt seit 1939 nicht geändert hat. Er selbst sagt darüber: „Es hat sich eine Art „Mafia“ gebildet, die in den Bereichen Politik und Wirtschaft alle Schlüsselstellungen besetzt und nur eines kennt: Profit! So stehen einander zwei Welten gegenüber. Das Böse, symbolisiert durch die Bosse, und das Gute, symbolisiert durch die Irre und ihre Freunde. Es genügt, die Bösen zu beseitigen, um das Glück der Guten zu sichern. Mit dieser Vereinfachung wird die Härte der Satire gemildert und ins Märchenhafte verwandelt. Die Irre von Chaillot, es hat sie übrigens wirklich gegeben, dieses erhabene und zugleich lächerliche Wesen, symbolisiert Weisheit und gesunden Menschenverstand. Mit ihr hat Giraudoux eine Gestalt geschaffen, die zur Schar der reinen Toren gezählt und Parzival oder Don Quijote an die Seite gestellt werden darf. Die derzeitigen weltweiten Verhältnisse, in der zunehmend die korrupte und kriminelle Schicht das Sagen hat, lassen dies Schauspiel zu einem der aktuellsten werden.

Regie: Wolfgang Rostock

weiblich
Die Irre Cosima Asen
Irma Karin Gut
Constance Kathrin Mulzer
Gabrielle Ute Groß
Josephine Marianne Benker
Blumenmädchen Christina Bräunling
Taubstumme Birgit Haßfürther
Schuhbandverkäuferin Christl Haßfürther
1. Dame Margot Friedrich
2. Dame Vera Möller
3. Dame Anissa Bleyl
Eine Prospektorin Christine Zeitler

männlich
Präsident Dieter Schnabel
Baron Günter Zeller
Kellner Bernd Gut
Makler Johannes Asen
Rentner Eberhard Graf von Luxburg
Chasseur Jens Heumann
Retter Heiner Staudt
Jadin Lothar Hiller
Pierre Jürgen Kolb
Polizist Markus Falkenstein
Lumpensammler Ernst Jurkat
Kloakenreiniger Werner Gebhardt
Straßensänger Rudolf Wagner
Jongleur Andreas Busch
Schmutziger Herr Norbert Zeidler
Syndikus Heiner Staud
Direktor Hubert Burczek
Generalsekretär Norbert Zeidler
Prospektor Eberhard v. Luxb.
Präsident Wolfgang Hottaß