Nathan der Weise

Der Grund für dieses ursprünglich dramatische Gedicht war ein Streit um die Freiheit der Forschung in religiösen Fragen. Lessing wollte damit den Theologen einen Possen spielen und ihnen durch das Theater seine Meinung sagen. Eine im Grunde also gar nicht für die Bühne gedachte Arbeit ist bis heute eine der wertvollsten und besten Schöpfungen der deutschen Theatergeschichte geblieben. Ein deutscher Tempelherr, Gefangener des Sultans, rettet Recha, die Tochter des Juden Nathan, aus einem brennenden Haus. Damit stoßen also drei Weltreligionen aufeinander. Der Tempelharr verliebt sich in Recha, wagt aber nicht, ihr näherzutreten, da sie Jüdin ist. Als er schließlich seine Vorurteile überwunden hat, erfährt er, dass Recha seine Schwester ist und nur von Nathan als Tochter angenommen war. Durch diese Rettungstat kommen auch der Sultan und Nathan in Konflikt und beide nähern sich respektvoll einander. Die Weisheit des Juden überzeugt auch den Mohammedaner. Lessing zeigt durch Nathan auf, wie irrwitzig Vorurteile sind. Eine Einsicht, die noch heute den meisten Menschen fehlt, was uns leider täglich in den Nachrichten bewiesen wird. Wenn man begreifen könnte, dass der Mensch erst dann verdient, Mensch genannt zu werden, wenn er Einsicht, Toleranz und Duldsamkeit bewiesen hat.

Regie: Wolfgang Rostock

weiblich
Sittah, Sultans Schwester Hilde Vokmann
Recha Vera Möller
Daja Anita Hofmann

männlich
Sultan Saladin Dieter Schnabel
Nathan Ernst Jurkat
Junger Tempelherr Jens Heumann
Derwisch Lothar Hiller
Patriarch von Jerusalem Dieter Krause
Klosterbruder Horst Thor