Dame Kobold

Calderon hat in seinem berühmtesten und erfolgreichsten Stück das geglaubte Wunder aus seinen geistlichen Spielen in ein gesellschaftliches Spiel eingebaut. Die Uraufführung war 1629 in Madrid. Dies ist dem Stück aber nicht anzumerken, da es nicht moralisiert sondern unterhält in der Form heutiger Boulevardkomödien. Durchaus auch durch Turbulenz und Witz mit den Besten der heutigen Literatur mithalten kann. Dona Angela, eine übermütige, lebenssprühende Witwe, benutzt einen geheimen Wandschrank um unbemerkt ins nachbarliche Zimmer zu gelangen. Diesen Trick, den das Publikum erkennt, der Liebhaber gezwungenermaßen, der Diener aber ernsthaft für ein Wunder hält wird in seiner Komik in allen Varianten ausgekostet. Wie die temperamentvolle Angela ihr listenreiches Spiel nutzt um mit Manuel zusammenzukommen ist von Calderon perfekt inszeniert. Manuel erinnert dabei des Öfteren an „Don Quijote“, bleibt aber auch in der Lächerlichkeit stets noch Mann genug um von Angela als Partner anerkannt zu werden. Dazu gesellt sich der Diener Manuels, dem „Sancho Panza“ nahe verwandt, der dem Schalk der Zofe erliegt. Eine Parade von Typen die in ihrer Komik durch glanzvolle Rhetorik und virtuose Form alle Besucher entzücken wird.

Regie: Wolfgang Rostock

weiblich
Dona Angela Karin Gut
Dona Beatriz Vera Möller
Isabel Elke Bergau-Deuerling
Clara Brigitte Meiners

männlich
Don Juan Günter Heumann
Don Luis Markus Falkenstein
Don Manuel Josef Maisel
Rodrigo Peter Molnar
Cosme Lothar Hiller