Brandner Kasper

Die Erzählung vom „Brandner Kaspa2 erschien 1871 in den „Fliegenden Blättern“. Franz von Kobell war damals 68 Jahre alt, seit 25 Jahren Witwer und, obwohl er mitten im tätigen Leben stand, wohl schon recht weise und abgeklärt. Ihm war der Tod nicht ein schwarzer Engel oder eine erschreckende Naturgewalt. Für einen Jäger und Naturforscher wie ihn, der das bäuerliche, das einfache Leben kannte und es im Grunde selber lebte, hatte der Tod wenig Dämonie und Majestät. Er gehörte halt dazu, man machte nicht viel Aufhebens von ihm. Und nennt er ihn respektlos den „Boanlkramer“. Eine recht abwertende Berufsbezeichnung, denn ein Kramer ist schließlich ein Händler, der nur im ganz kleinen Stil kauft und verkauft. Und „Boanl“, Knochen, Gebeine – das kann wohl nichts Wertvolles sein

Regie: Toni Graschberger