von Michael Bähr

„Die weite Reise von Nürnberg hat sich gelohnt

Interview mit dem Schriftsteller Fitzgerald Kusz nach der Aufführung.

Schlammschlacht
Ein Kulmbacher Bierchen bei der Premierenfeier in Trebgast: der Nürnberger Schriftsteller Fitzgerald Kusz.

BR:  Zufrieden?
Fitzgerald Kusz:  Es war wunderbar.  Genau das, was mir seit „Schweig Bub“ immer wieder vorschwebt: Volkstheater im besten Sinn des Wortes, ohne jede Form von Volkstümelei.

BR: Hat die Inszenierung Dein Gefallen gefunden?
Rainer Streng hat das sehr schön und einfallsreich inszeniert und geschickt den Gegebenheiten der Naturbühne angepasst.

Die Hauptrolle des Bürgermeisters ist ja eine Mordspartie. Hat Jochen Böhm sie geschultert?
Er verdient zweifellos ein Extra-Lob! Eins mit Stern!

Als Autor hat man ja bei jeder Person eine bestimmte Vorstellung von ihrem Rollenprofil. Einverstanden oder Bauchgrimmen.
Die Rollen haben sich gut ins Ganze eingefügt. Es ist ja ein Ensemble-Stück.

Schlammschlacht
Stürmischer Applaus für den Autor und seinen Regisseur: Fitzgerald Kusz und Rainer Streng.

Das Stück in der Urfassung Nernbergerisch verfasst, in Trebgast wird natürlich oberfränkischer Dialekt gesprochen. Ändert sich da was?
Wenig. Rüsseldorf ist überall. Gut hat mir natürlich der Abschlussgag gefallen: „Rüsseldorf first“. Das ist doch die uralte Parole der neuen Populisten.

„Schlammschlacht“ ist sowas wie der Hit der Saison.  Allein in Bayern haben es fünf Bühnen ins Programm genommen. Warum das?
Vielleicht, weil es landauf landab ähnliche Fälle von „Vorteilsannahme“ - sprich Bestechlichkeit - gab und immer wieder geben wird.  „Schlammschlacht“ legt da den Finger auf eine Wunde in „diesem unseren Lande“. 

 

Interview und Foto: Wolfgang Schoberth

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