von Moritz Weinmann

In London spricht man "fränkisch"

"Pygmalion", das Schauspiel von George Bernard Shaw, hat morgen auf der Naturbühne Trebgast Premiere.

Mit dem Schauspiel "Pygmalion" wird am Freitagabend die 66. Spielzeit auf dem Trebgaster Kulturhügel eröffnet. Rechtzeitig zum Saisonauftakt ist innerhalb kürzester Zeit - eineinhalb Monate von der Planung bis zur Realisierung - ein neuer Parkplatz fertig geworden. Damit steht direkt oberhalb der bisherigen Parkfläche eine zusätzliche Fläche für 100 Fahrzeuge zur Verfügung. Damit dürften die Zeiten, als Besucher ihre Fahrzeuge entlang der Kreisstraße nach Kulmbach abstellen mussten, der Vergangenheit angehören. Die Feinarbeiten - Befestigung der Fahrstreifen und Begrünung der Abstellflächen - werden nach Abschluss der Theatersaison in Angriff genommen. Dann wird auch der provisorisch aufgeschüttete Erdwall plattgemacht.

Regisseure sind begeistert, mit wie viel Feuereifer die jungen Aktiven bei der Sache sind, in Hauptrollen schlüpfen und denen auch gewachsen sind. Langjährige, altbewährte Aktive, die, egal in welcher Rolle oder in welchem Stück sie dabei waren, immer zu den Erfolgsgaranten zählten, sind natürlich weiterhin dabei. Aber sie sind sich nicht zu schade, auch mal einen Schritt zurückzutreten, um den jungen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit zu geben, sich an vorderster Front zu bewähren.

Toi, Toi, toi, Annika

Das gilt beispielsweise gleich bei der ersten Premiere für Annika Ködel, vielen Zuschauern bekannt als erfolgreiche Darstellerin als "Pippi Langstrumpf" oder als "Räubertochter Ronja" aus den Kinderstücken. Aber auch im Klassiker "Lysistrata" und im Volksstück "Die Schlammschlacht" hat sie schon ihre Erfahrungen bei und mit den Erwachsenen gemacht. Jetzt verkörpert sie als Blumenmädchen "Eliza Doolittle" in George Bernard Shaws Schauspiel "Pygmalion" eine zentrale Rolle. Toi, toi, toi, Annika.

Zur Handlung: Es sind seltsame Laute, die da bei strömendem Regen im Londoner Covent Garden zu hören sind. Im schönsten Kulmbacher Dialekt versucht ein junges Mädchen, das schon von weitem sicht- und hörbar zur armen Gesellschaftsschicht gehört, mit einem Korb am Arm, ihre Blumen an den Mann, beziehungsweise an die Frau zu bringen. Deftige Ausdrücke wie "Leck‘ mich doch am Ärmel", "Du Hundsgribbl", und "Ein' Scheißdreck werd‘ ich" (es ist die berühmteste Zeile des Stücks), die Eliza schon mal "rausrutschen", hört man in London auch nicht unbedingt an jeder Ecke. Zur Handlung: Es sind seltsame Laute, die da bei strömendem Regen im Londoner Covent Garden zu hören sind. Im schönsten Kulmbacher Dialekt versucht ein junges Mädchen, das schon von weitem sicht- und hörbar zur armen Gesellschaftsschicht gehört, mit einem Korb am Arm, ihre Blumen an den Mann, beziehungsweise an die Frau zu bringen. Deftige Ausdrücke wie "Leck‘ mich doch am Ärmel", "Du Hundsgribbl", und "Ein' Scheißdreck werd‘ ich" (es ist die berühmteste Zeile des Stücks), die Eliza schon mal "rausrutschen", hört man in London auch nicht unbedingt an jeder Ecke.

Da wirkt das Vorhaben von Professor Henry Higgins, einem egozentrischen Sprachwissenschaftler, auf den ersten Blick geradezu grotesk: Er behauptet, die Aussprache und das Auftreten von Eliza so zu verbessern, dass sie innerhalb von sechs Monaten als eine feine Dame in der besten Londoner Gesellschaft auftreten kann. Eliza willigt in den Deal ein, da sie eine Chance wittert, danach vielleicht in einem ordentlichen Blumenladen arbeiten zu können.

Sprache als Mittel zum Erfolg

Den Regisseur interessieren nach eigener Aussage besonders die durch Shaws Bearbeitung neu geschaffenen Aspekte des Stoffes, die soziale Komponente, die Sprache als Mittel zum Erfolg, Menschen zu gesellschaftlichem Aufstieg zu verhelfen und Menschen in andere Menschen zu verwandeln und damit Kunstwerke zu erschaffen.

Das Bühnenbild wird im Wesentlichen vom Haus des Professors Higgins geprägt. Die neue Technikanlage, die im letzten Jahr mit Unterstützung aus dem europäischen Leader-Programm und der Oberfranken-Stiftung installiert wurde, hat sich bereits 2018 bewährt. "Sie wird heuer noch intensiver zum Einsatz kommen, wir werden die vorhandenen Möglichkeiten voll ausreizen", erklärt Regisseur Raik Knorscheidt. Ein Klassiker der Weltliteratur, eine Satire über die feine englische Gesellschaft, mit tiefgründigem Humor und beißender Sozialkritik. 1956 entstand aus dem Schauspiel das Musical "My Fair Lady". "Pygmalion" verspricht ein Theaterabend zu werden, der auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken anregt.

 

15.05.2019 Dieter Hübner

Zurück