von Michael Bähr

Naturbühne wandelt „Auf Luthers Spuren“

Mit der Aufführung des Schauspiels „Luther – Rebell seiner Zeit“ sorgte die Naturbühne in der zurückliegenden Spielzeit für Aufsehen und erntete dafür viel Lob und Anerkennung. Dadurch war auch  das Ziel ihres diesjährigen Ausflugs eigentlich vorgezeichnet: Am ersten Advents-Wochenende wandelten 51 Mitglieder „Auf den Spuren Luthers“.

Obwohl das Luther-Jahr mit seinen vielen Veranstaltungen offiziell am 31. Oktober zu Ende ging, musste die Reisegruppe feststellen, dass das Interesse am 500. Jubiläum der Reformation – zumindest an den Original-Schauplätzen – weiterhin ungebrochen und noch nicht abgeebbt ist.

Gruppenbild
Vor dem Geburtshaus Martin Luthers in Eisleben stellte sich die Naturbühnen-Reisegruppe mit Vorsitzendem Siegfried Küspert (hinten 3. von rechts) zum Erinnerungsfoto.

Auf der Fahrt in das winterliche Thüringen wurde zuerst die Coburger Moriz-Kirche besichtigt. Beeindruckend war hier vor allem das gewaltige, 13,66 Meter hohe und 6,55 Meter breite Epitaph, das Herzog Johann Casimir 1598 für seine Eltern bauen ließ. Die nächste Station war die Wartburg. Das gesamte Burggelände war ein einziger Historischer Weihnachtsmarkt. Die Führung durch die Burg mit Ritter-, Speise-, Sängersaal, sowie der Vogtei mit Lutherstube und –bibliothek war – nicht zuletzt dank eines historisch fundierten und rhetorisch perfekten Führers sehr beeindruckend. Im dem 40 Meter langen Festsaal konnte einem Konzert mit mittelalterlichen Instrumenten gelauscht werden. Am Abend besuchten die 51 Teilnehmer den riesigen Weihnachtsmarkt am Domplatz in Erfurt. Einige hatten diesen Markt aus zurückliegenden Jahren in besserer Erinnerung. Trotz vieler Glaskunst, Holzschnitzereien, und selbstgezogener Kerzen überwiegt mittlerweile mit Riesenrad und Auto-Scooter offensichtlich auch hier mehr der kommerzielle Charakter.

Am Sonntag führte der Weg weiter nach Eisleben zu dem Haus, in dem Martin Luther am 10. November 1483 geboren wurde und sein ereignisreiches Leben begann. Eine 1693 dort errichtete Erinnerungsstätte zählt zu den ältesten Museen im deutschsprachigen Raum. Luther verbrachte nur die ersten Wochen seines Lebens in Eisleben und wurde in der spätgotischen St.-Petri-Pauli-Kirche getauft. Der „Luthertaufstein” im Altarraum bewahrt die Erinnerung an Luthers Taufe.

Natürlich durfte als ein weiterer Höhepunkt der Besuch der Lutherstadt Wittenberg nicht fehlen. Martin Luther und Lucas Cranach waren in der Stadt allgegenwärtig. Stationen eines Besichtigungs-Rundgangs: Die Schlosskirche, an deren Tür Martin Luther seine berühmten 95 Thesen schlug, und in der sich sein Grab befindet. Die Stadtkirche, in der Martin Luther einst predigte, ist das älteste Gebäude der Stadt. Am Ende der Führung stand das einstige Wohnhaus Martin Luthers, das heute das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt beherbergt. Bei der kompetenten Führung erfuhren die Teilnehmer auch viel über die Geschichte der Stadt.

Gleich auf der Rückfahrt konnten die Teilnehmer ihre neu hinzugewonnen Kenntnisse direkt anwenden. Bei einem Quiz im Bus galt es, möglichst viele von 95 Fragen zum Leben und Wirken des Reformators und seines Umfeldes richtig zu beantworten.

04.12.2017, Dieter Hübner

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