von Moritz Weinmann

Zwei mal drei macht vier . . .

Ab Freitag ist wieder Pippis Einmaleins auf der Naturbühne zu hören. Bei der zweiten Premiere am Wehlitzer Berg segelt Pippi ins Taka-Tuka-Land.

Das Ensemble von "Pygmalion" hat mit einer gelungenen Vorstellung die diesjährige Premierenreihe an der Naturbühne eröffnet und damit den Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt. Am morgigen Freitag um 20.30 Uhr folgt direkt der zweite Streich. Dann öffnet bis zum 17. August wieder die "Villa Kunterbunt" ihre Pforten für die kleinen und großen Zuschauer."

Zuletzt vor sieben Jahren wirbelte ein Rotschopf mit markanten Sommersprossen über die Bühne auf dem Wehlitzer Berg. Wer kennt sie nicht? Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, das stärkste Mädchen der Welt. Wer hat sich als Kind nicht auch schon gewünscht, so frei und mutig zu sein wie Pippi und mit ihr und ihren Freunden Annika und Tommy dort so manches Abenteuer zu erleben?

Bühnen-Vorsitzender Siegfried Küspert ist stolz darauf, dass dieses Jahr der Schauspiel-Nachwuchs in den Vordergrund drängt - und darauf, dass auf der Naturbühne Kinder auch noch von Kindern gespielt werden. Bei der ersten Premiere vergangene Woche absolvierte die 21-jährige Annika Ködel in einem Erwachsenenstück ihre erste große Rolle mit Bravour. Sie war es auch, die 2012 als damalige "Pippi" erfolgreich über die Bühne wirbelte. Jetzt übernimmt Franziska Bordfeldt im Kinderstück diese Rolle und steht vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe.

Die 15-jährige ist kein Neuling mehr, sie debütierte bereits 2013 beim "Michel aus Lönneberga". Mit ihrem Text hat sie keine Probleme. "Ich habe ein fotografisches Gedächtnis. Ich lese meinen Part durch, dann läuft es eigentlich", gibt sie sich zuversichtlich. Allerdings: "Jetzt kommt schon ein bisschen Nervosität auf", gibt sie drei Tage vor der Premiere zu. Aber darüber sollte sie sich keine Gedanken machen. Das geht manchem "alten Hasen" nach vielen Jahren immer noch so. Deshalb sind auch alle sicher, dass sie diese neue Herausforderung genauso souverän meistern wird wie ihre bisherigen sechs Auftritte.

"Pippi Langstrumpf" gehört seit über 70 Jahren zu den Klassikern der Kinderliteratur und zu den meistgespielten Stücken des Kindertheaters. Die Geschichten erfand Astrid Lindgren (1907 - 2002) ab dem Winter 1941, als ihre Tochter Karin krank im Bett lag und sich den Namen Pippi Langstrumpf ausgedacht hatte.

Auch Regisseur Raik Knorscheidt war von den Abenteuern des Wirbelwinds mit den roten Zöpfen fasziniert. "Jetzt, wo ich für die Naturbühne Trebgast ‚Pippi im Taka-Tuka-Land‘ inszenieren darf, beschäftige ich mich erneut mit Pippi Langstrumpf und bin ganz erstaunt, welche einfachen Weisheiten die Bücher Astrid Lindgrens enthalten", erklärt er. "So ein Textbuch beinhaltet ja nur den blanken Text. Das ganze Drumherum, den Mantel, den zieh ich dem Ensemble erst an. Diese Interpretationsfreiheit, seine eigenen Vorstellungen zu den einzelnen Figuren zu verwirklichen, muss jeder Regisseur haben."

Raik Knorscheidt ist besonders daran interessiert, kindgerechtes Theater zu machen und die Fantasie des jungen Publikums anzuregen. Deshalb ist das Bühnenbild auch bewusst einfach gehalten. "Die Figur der Pippi sollte allen Kindern ein Vorbild sein, selbstbewusst ihren Weg zu gehen. Sie ist nicht frech, sondern ehrlich. Sie ist lustig, mutig, spontan und großzügig. Sie ist lieb, hilfsbereit und fürsorglich."

Abenteuer und Humor, gepaart mit Musik und Tanz. "Pippi im Taka-Tuka-Land" hat alles, was gelungene Unterhaltung für die ganze Familie braucht und einen Besuch der Theateraufführung rechtfertigt.

 

22.05.19 Dieter Hübner

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